Blue Shield international
   
Internationale Einsätze

z.B.:  Libyen  -  Ägypten  -  Haiti  -  Köln  -  Tsunami





Home / Aktuell

International
Notwendigkeit
Geschichte
Leitbild
Organisation
Komitee (ICBS)
Föderation (ANCBS)

National
Nationalkomitees
Aufgaben

Deutschland
Neugründung
DGKS
Ihre Hilfe

Aktivitäten
Vorsorge
Appelle
Internet
Internat. Einsätze
Stadtarchiv Köln (2009)

Links
International
Deutschland

Kontakt
Impressum

English 


Bürgerkrieg in Libyen (2011)

Nicht-Angriffs-Liste

Als es absehbar war, dass es zu Luftangriffen auf Libyen kommen würde, hat das Blue-Shield-Komitee der USA die Initiative ergriffen. Archäologen und Libyen-Experten haben Anfang 2011 eine Liste der wichtigen Kulturstätten (samt Koordinaten) erarbeitet und sie
am 18. März 2011, also rechtzeitig vor den ersten Angriffen, dem US-Verteidigungsministerium zukommen lassen. Diese Liste wurde mehrfach erweitert und verbessert.

Diese von zivilen Fachleuten erstellten Nicht-Angriffs-Listen waren ein sehr erfolgreiches Instrument - auch nach der internen Einschätzung der NATO. Es wurden jedenfalls nach dem Krieg keine
durch Luftangriffe verursachten Zerstörungen von Kulturgut bekannt.

Das Blue-Shield-Team in Westlibyen hat in Khums einen beindruckenden Befund dokumentiert: Auf einem Hügel oberhalb von Leptis Magna (Weltkulturerbe)
liegt ein gut erhaltenes kleines römisches Fort. Die Libysche Luftwaffe hat - unter Bruch der auch von Libyen unterzeichneten Haager Konvention - mitten in den Ruinen eine Radarstation aufgebaut und zu deren Schutz fünf Flugabwehrstellungen. Unser Team fand dort die sechs Militäranlagen völlig zerstört vor, konnte aber keine substantiellen Schäden an den römischen Mauern und Bögen feststellen. Offensichtlich war also den Planer dieses Angriffs bewußt, dass sie hier in schützenswertem Umfeld agierten; aber sie scheinen sich sicher gewesen zu sein, dass sie die nötige Präzision bei Aufklärung, Treffsicherheit und Zerstörungskraft beherrschen, um so einen Angriff innerhalb eines Kulturdenkmals ohne Kollateralschäden durchführen zu können.


Beobachterteam in Westlibyen (Tripolis und Umgebung)

Das in bereits in Ägypten erfolgreiche Team (
Karl von Habsburg / Blue Shield und Joris Kila / IMCuRWG; ergänzt durch Prof. Hafed Walda, Misrata / London, sowie durch Dr. Thomas Schuler als Betreuer im Hintergrund) hat sich auch um Libyen gekümmert. Diese Fachleute haben von 28. - 30. September, also nur wenige Wochen nach der Eroberung von Tripolis durch die Rebellen, unter sehr widrigen Bedingungen Kulturstätten in Westlibyen inspiziert - wiederum als erstesinternationales Team. Sie haben außer der Hauptstadt die beiden Welterbestätten Leptis Magna und Sabratha besucht.


Beobachterteam in Ostlibyen (Bengasi und Umgebung)

Nach Westlibyen hat das bewährte Team vom 12. - 16.  November auch die Kulturstätten in der Cyrenaika besucht. Neben der Hauptstadt Bengasi und der Welterbestätte Cyrene standen Umm al Shuga, Tocra, Tolmetha, Qasr Libya, Apollonia, Darnah und Ras Halal auf dem dicht gedrängten Programm. Ihr Bericht und ausgewählte Fotos sind auf unserer englischsprachigen Website verfügbar.



Revolution in Ägypten (2011)

Beobachterteam in Kairo und Umgebung

Ende Januar / Anfang Februar 2011 war die Informationslage in Ägypten äußerst schwierig; amtliche Stellen verharmlosten ganz offenkundig oder informierten falsch. Deshalb hielt es Blue Shield für notwendig, ein unabhängiges internationales Team zu senden, und zwar mit international und auch in Ägypten angesehenen Fachleuten. Das Team bestand aus
  • Karl von Habsburg (Blue Shield; er ist der Präsident der Föderation ANCBS)
  • Joris Kila (der Vorsitzende der "International Military Cultural Ressources Working Group / IMCuRWG)
  • Dr. Thomas Schuler, der von Deutschland aus das Projekt vorbereitet und betreut hat.
Es wurden Baudenkmäler und Museen in Kairo besucht und vor allem mehrere archäologische Stäiten, Museen und Magazine südlich von Kairo inspiziert: in Abu Sir, Dahshur, Memphis und Saqqara.


Brand des Institut d'Égypte in Kairo

Am 17. Dezember 2011 ging diese berühmte alte Bibliothek in Flammen auf.
Bei Straßenkämpfen rund um den Tahrir-Platz hatten Sicherheitskräfte vom Dach des Gebäudes aus die Demonstranten angegriffen, worauf die Brandsätze in dieses Gebäude flogen. Es ist anzunehmen, dass beiden Parteien und auch der viel zu spät anrückenden Feuerwehr - die Bedeutung des Gebäudes und der Wert der Büchersammlung nicht bekannt waren.

Das deutsche Nationalkomitee (i.Gr.) von Blue Shield hat die internationale Beobachtung und Berichterstattung hierzu übernommen - als Zeichen des Dankes für die großartige internationale Hilfe, die wir nach der letzten vergleichbaren Brandkatastrophe (Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar) erfahren haben. Der erste Bericht und die Aktualisierungen sind in der englischen Version dieser Website abrufbar.

Rasch wurde klar, dass unsere Kollegen in Kairo die Rettungsaktionen ohne ausländische Hilfe bewerkstelligen konnten - bestens organisert über Twitter. Beim Einfrieren der durchnäßten Bücher hat dann der Prins-Claus-Fund (Niederlande) finanziell unterstützt. Auch bei den weiteren Hilfsmaßnahmen waren keine internationalen Aktionen erforderlich.

Von den 40.000 Bänden sind 70% zerstört. Dank vieler Buchspenden (vor allem aus dem arabischen Raum und aus Frankreich) umfaßt die Bibliothek bereits wieder 25.000 Bände.

Weniger als ein Jahr nach dieser Katastrophe ist das Gebäude völlig rekonstruiert, d.h.weitgehend neu gebaut worden. Eine ganze Reihe von großzügigen Spendern - von der Französischen Regierung bis zum Emir von Sharia - hatten ihre Bereitschaft erklärt, dies zu finanzieren. Aber letztendlich hat das ägyptische Militär selbst die Rekonstruktion durchgeführt und finanziert - in Anbetracht des Brand-Anlasses keine schlechte Entscheidung.

 



Erdbeben in Haiti (2010)


Online-Rekrutierung von Freiwilligen

Zum ersten Mal hat Blue Shield nach einer Katastrophe eine spezielle Website eingerichtet:
http://haiti2010.ancbs.org (mittlerweile offline)
Hier wurde nicht nur informiert, sondern auch den interessierten Freiwilligen ein online-Formular angeboten. Damit haben sich über 800 Freiwillige aus aller Welt in eine Datenbank eingetragen und ihre jeweiligen Fähigkeiten und möglichen Einsatzzeiten eingegeben.


Projekt "Haiti Cultural Recovery"
 
Das Blue Shield Nationalkomitee der USA hat in Zusammenarbeit mit dem Smithsonian / Washington D.C. ein Erste-Hilfe-Zentrum für Kulturgüter in Port-au-Prince eingerichtet. Diese zweijährige Projekt war sehr erfolgreich; Arbeitsschwerpunkte waren die berühmten Wandmalerien der Dreifaltigkeits-Kathedrale und das Kunstzentrum.

Online verfügbar sind die spezielle Website und die Abschlusspublikation "Saving Haiti's Heritage".


Projekt "Arche"

Archive und Bibliotheken haben in Haiti ein gemeinsames Projekt geplant und durchgeführt. Beteiligt waren ANCBS, ICA, IFLA, bibliothèques sans frontiers und archives sans frontiers.

Die erste Inspektion haben
Danielle Mincio (IFLA) und Christophe Jacobs (ICA) von 11. – 16. April duchgeführt.




Einsturz des Stadtarchivs Köln (2009)

siehe spezielle Seite





Tsunami in Südostasien (2004 / 2005)


Projekt „Ticket for Asia“


Das tschechische Blue-Shield-Nationalkomitee hat nach dem Tsunami 2004 beschlossen, einem geschädigten Museum zu helfen. Durch die Vermittlung von Blue Shield und ICOM kam eine Patenschaft mit
dem Schifffahrtsgeschichtlichen Museum in Galle / Sri Lanka zustande.

Das Projekt „Ticket for Asia“ wurde am Internationalen Museumstag 2005 gestartet und bis  Ende des Jahres fortgeführt. Die Idee war, auf die Eintrittskarten einen  freiwilligen Zuschlag zu erheben. Die weit über 5000 € kamen dann direkt dem Museum zugute.









Seitenbeginn
Homepage